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Schön fühlen auch mit Krebserkrankung: Kosmetik­kurs im Klinikum

Kein Behandlungstermin, sondern ein entspannter Wohlfühlnachmittag mit Gesprächen und Tipps zu Kosmetik und Pflegeprodukten stand im Klinikum Osnabrück für mehrere Krebspatientinnen auf dem Programm.

Die Osnabrücker Visagistin und Hairstylistin Ines Schult zeigte an dem Nachmittag beispielsweise Techniken zum Kaschieren von Hautverfärbungen mit Make-up und das temporäre Wiederherstellen von Augenbrauen und Wimpern mit Stiften, Puder oder Schablonen. Außerdem wurde erklärt, wie sich mit speziellen Pflegeprodukten Hautreizungen oder Trockenheit lindern lassen, die im Rahmen einer Strahlen- oder Chemotherapie entstehen können.

Dieses Angebot wurde durch eine Spende der Wallenhorster Unternehmerin Birgit Ludwig-Trienen für die Klinik für Onkologie und Hämatologie unter der Leitung von Chefärztin Dr. med. Corinna Petz ermöglicht.

Die Inhaberin des Reisebüros, „Reise-Treff-Ludwig“, hatte die Spenden verwendet, die im Vorjahr bei einer gemeinsamen Weihnachtsfeier mit dem benachbarten Werbeunternehmen, der Digitalagentur Hälker, zusammengekommen waren.

Ludwig-Trienen wollte ihre Dankbarkeit für die erfolgreiche Behandlung ihrer Krebserkrankung in der Abteilung des Klinikums ausdrücken.

Schon im Vorfeld hatten sie und Dr. Corinna Petz Gedanken über die Verwendung der großzügigen Spende gemacht: was Gutes tun, Patientinnen die Möglichkeit geben, sich in einem privaten Raum auszutauschen und „etwas für sich zu machen“.

So entwickelten sie die Idee eines Kosmetikkurses, fernab des normalen Alltags.

Am 05.11.2025 war es dann endlich soweit:

Man traf sich in einem Besprechungsraum des Klinikums. Der Raum ähnelte allerdings eher einem professionellen Kosmetikstudio oder einer Theatermaske.

Beleuchtete Schminkspiegel für alle sechs angemeldeten Teilnehmerinnen waren aufgestellt. An jedem Platz standen zahlreiche Pinsel, Make-up, Cremes, Puder, Augenbrauen- und Lidschatten-Stifte, Lippenstifte sowie Wimperntusche bereit. Alles war liebevoll dekoriert und von angenehmer Hintergrundmusik begleitet.

Auch die Kursleiterin war bereits zweimal von einer Krebserkrankung betroffen.

Sie gab erst allgemeine Informationen zu Kosmetik und Hautpflege bei Krebserkrankungen und ging im Verlauf in Einzelgesprächen auf individuelle Fragen der Frauen ein.

Unter den Teilnehmerinnen entwickelte sich eine vergnügte Stimmung und der Kurs kam richtig gut an. „Ich bin vorher noch nicht auf die Idee gekommen, dass ich Schminke auch mischen könnte“, meinte eine der Frauen. „Ich fand es wirklich toll – und vor allem war es schön, mich mit anderen betroffenen Frauen austauschen zu können.“ Dieser Aspekt wurde von allen Teilnehmerinnen gelobt, ebenso gefiel ihnen ihr geschminkter Look. „Ich werde mich gleich zuhause präsentieren – und freue mich schon auf die Komplimente“, meinte eine andere.

Zum Abschluss wurden alle Teilnehmerinnen noch mit Cremeproben und Hautpflegeprodukten beschenkt, die Ludwig-Trienen aus einer Apotheke in Wallenhorst mitgebracht hatte, ebenfalls bereitgestellt als Spende.

Chefärztin Petz freute sich über die Initiative der Unternehmerin. Wie sie erklärte, sind Hinweise zur Pflege von sensibler bzw. gereizter Haut in onkologischen Therapien enorm wichtig, aber auch die dekorative Kosmetik sollte nicht in den Hintergrund treten. Sich trotz Krebstherapie mit ihren Folgen weiterhin schön zu fühlen, schenkt Selbstvertrauen und reduziert das Gefühl von Stigmatisierung in der Öffentlichkeit.

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